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Grüne TS, was macht Ihr da?

Der Kaiser-Wilhelm-Platz soll umbenannt werden. Die Grünen machen dabei gemeinsame Sache mit CDU und FDP, auf Kosten der Frauen – Bürgerbeteiligung Fehlanzeige!


von Michael Biel


Mit der heutigen Entscheidung der Mehrheit aus Grünen, CDU und FDP hat die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg beschlossen, dass der Kaiser-Wilhelm-Platz in Schöneberg in Richard-von-Weizsäcker-Platz umbenannt werden soll.


Ich lehne das aus guten Gründen ab! Die SPD tut dies ebenso.


Vorweg: der ehemalige Bundespräsident und Regierende Bürgermeister West-Berlins ist ein verdienter Demokrat und einer passenden Benennung aller Ehren wert. Der von der Jamaika-Mehrheit gefundene Ort ist allerdings der völlig falsche.


Im Bezirk gibt es einen klaren Konsens, Straßen und Plätze nach Frauen zu benennen. Insbesondere die Grünen haben sich das auch auf die Fahnen geschrieben und versagen jetzt ohne Sinn und Verstand. Sie brechen diese Selbstverpflichtung in eklatanter und unnötiger Weise. Berlinweit stehen 3.600 Männer- gegen lediglich 500 Frauennamen im Stadtbild. Nur ein Achtel aller Benennungen sind weiblich. Das zeigt das große Defizit sehr eindrucksvoll.


Ich bin sehr dafür, den Platz endlich umzubenennen. Ein Platz mitten in Schöneberg, der eine große Geschichte für Freiheit und Demokratie hat, darf nicht länger Kaiser-Wilhelm-Platz heißen. Es gab gute Vorschläge für einen neuen Namen: 1973 Salvador Allende, 1996 Marlene Dietrich.


Ich nehme die Selbstverpflichtung sehr ernst. Der Platz muss nach einer Frau benannt werden, die etwas mit Schöneberg zu tun hatte. Marlene Dietrich fände ich nicht schlecht. Es gäbe aber viele andere beeindruckende Frauen, die es verdient hätten, mitten in Schöneberg einen Platz mit ihrem Namen zu versehen.


Wer sich am Kaiser-Wilhelm-Platz umhört, weiß, dass viele Anwohner*innen die von den Grünen und CDU gewollte Umbenennung schlicht ablehnt. Wo war die Beteiligung der Menschen in Kiez? Wer Adressen ändern will, sollte mal nachfragen, was sich die Bürger*innen vorstellen könnten.


Der Vorschlag der SPD, einen Platz in der Nähe des Regierungsviertels für Richard von Weizsäcker zu finden, ist nur folgerichtig. Ich bin der SPD-Fraktion in der BVV sehr dankbar, dass sie diesen Antrag abgelehnt hat.

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