„Es gibt noch viel tun.“

Georg Härpfer, Bernd Boßmann und Rosa von Praunheim (v.l.n.r.) beim „Cinéma Rosé“
18.12.2017 |

Mit „Ein engagiertes Leben“ und „Ichgola Androgyn“ zeigte die SPD Schöneberg am 16. Dezember 2017 im Rahmen ihrer Kinoreihe „Cinéma Rosé“ zwei beeindruckende Kurzfilme von Rosa von Praunheim im Schöneberger Theater O-TonArt. 

Die Dokumentarfilme erzählen die Geschichten zweier Männer, die sich im Kampf um die Gleichstellung von Lesben und Schwulen und deren Platz in der Gesellschaft verdient gemacht haben: Der eine, Georg Härpfer, ausgebildeter Jurist, Beamter und politisch engagierter Sozialdemokrat, durch seinen steten Kampf für die Rehabilitierung der nach § 175 verurteilten schwulen Männer. Der andere, Ichgola Androgyn, alias Bernd Boßmann, mit seinem schauspielerischen Engagement als Polit-Tunte im Kampf gegen die Ausgrenzung von an HIV/AIDS-erkrankten Männern und das Anprangern von gesellschaftlichen Missständen in Sachen Akzeptanz und Toleranz der LSBTTI*-Community.

In der Talkrunde im Anschluss an die Vorstellung zeichnete Rosa von Praunheim ein zweigeteiltes Bild. In der Tat sei man weit vorangekommen in der Lesben- und Schwulenbewegung. Man habe vieles erreicht. In diesem Zusammenhang sprach von Praunheim Bernd Boßmann und Georg Härpfer seine tief empfundene Verehrung für deren Verdienste für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben aus.

Vieles bleibe aber auch noch zu tun. Berlin ist nicht überall – und selbst hier kommt es regelmäßig zu Übergriffen und Anfeindungen. Von Praunheim ist dabei auch die Aufklärung zwischen den Kulturen ganz wichtig. Viele Menschen kommen nach Berlin, die in ihren heimischen Kulturen geradezu dazu erzogen wurde, schwule Männer zu verabscheuen.

Auch die Toleranz gegenüber Trans- und Intermenschen ist noch lange nicht erreicht. Hier müssen alle mithelfen, ein friedliches Klima in respektvollem Miteinander zu erreichen. Die Ehe für Alle war nicht der Weisheit letzter Schluss. Sie war nur der Anfang für mehr Gleichstellung, für mehr Akzeptanz und Anerkennung. Am Ende der Diskussion war klar: Mit Rosa von Praunheim ist zu rechnen. Er plant viele neue Projekte und freut sich auf weitere Dokumentarfilme. Wir sind gespannt!