Material zur Schulentwicklungsplanung und Lindenhof-Grundschule

12.07.2008 In einem Zwischenbericht zur Schulentwicklungsplanung liebäugelt Schulstadtrat Hapel (CDU) mit diversen Schulschließungen.

Vorausschauende Schulpolitik versus Zahlenspiele

Im achten Jahr seiner Amtszeit ist es Schulstadtrat Hapel (CDU) gelungen, einen "Ersten Zwischenbericht zur Schulentwicklungsplanung" vorzulegen. Die bereits erfolgten Schulschließungen im Bezirk, etwa die der Steinwald-Grundschule in Marienfelde oder die der Schwielowsee-Schule in Schöneberg, verliefen im Umkehrschluss dann wohl im Wesentlichen planlos.

Das Beispiel Schwielowsee-Schule verdeutlicht aber auch, dass Dieter Hapel zuweilen keinen Plan hat, was er macht, aber immer einen, wie er es macht. Der Ansatz ist einfach: Die schmerzhaften Entscheidungen müssen in ihrer öffentlichen Wirkung anderen, vorzugsweise der SPD, in die Schuhe geschoben werden. Dies gelingt ihm dann am leichtesten, wenn sich die SPD auf Hapels Spielchen einlässt, einen Schulstandort gegen einen benachbarten ausspielen zu wollen. Die SPD darf nicht in diese Falle gehen. Aus diesem Grund ist nun die SPD gefragt, Antworten für diese komplizierte Situation zu entwickeln, die für ganz Tempelhof-Schöneberg tragfähig sind, um auf die Vorschläge des Schulstadtrats sowohl konzeptionell als auch im Einzelfall reagieren zu können.

Auch die Frage, ob die Lindenhof-Grundschule eine Zukunft hat, gehört in diesen Zusammenhang und muss mit Blick auf den Gesamtbezirk beantwortet werden.

Um ein Ergebnis vorwegzunehmen: Die SPD Tempelhof-Schöneberg sollte sich auf die Logik des Zwischenberichts zur Schulentwicklungsplanung nicht einlassen, die auf eine Konzentration der Grundsschul-Standorte setzt. Vielmehr sollten wir offensiv ein dezentrales Grundschulkonzept vertreten, das Schulstandorte bis hinab zur Zweizügigkeit erhält.

Dies dient nicht nur der Vermeidung überlanger Schulwege für die jüngsten Schülerinnen und Schüler, es bewahrt und eröffnet zugleich die Chance, die Schulen verstärkt und mit integrativen Ansätzen in die Stadtteilentwicklung einzubinden.

Was sagt der Kreisverband?

Die Kreisdelegiertenversammlung vom 11. Juli 2008 beschloss, dass sich der Kreisverband in seinen Arbeitskreisen und im Kreisvorstand mit der Schulentwicklungsplanung auseinandersetzen wird.

Da für den Herbst verbindliche Vorgaben des Senats zur Schulentwicklungsplanung angekündigt sind, werden diese in die Diskussion und Entscheidungsfindung einbezogen.