Seit 80 Jahren Genossin - und immer noch gerne dabei
17.11.2010: „Wir sind Arbeiterkinder – und stolz darauf“. Dieser Satz zierte den ersten Ausweis, den Gerda Klückmann im Alter von neun Jahren bei den Kinderfreunden erhielt.
|
Gerda Klückmann |
Das war im Jahr 1930. Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Kinderfreunde war in der Weimarer Republik Teil der „Sozialdemokratischen Familie“ und unterhielt in der Belziger Straße ihr Kinder- und Jugendhaus. Gerda verbrachte ihre gesamte Kindheit in der Leberstraße auf der Roten Insel in Schöneberg. In Gerdas Erinnerung war es zu dieser Zeit auf der Rote Insel selbstverständlich, Mitglied der Sozialdemokratischen Partei zu sein. Das sozialdemokratische Gemeinschaftsleben, das durch viele Aktivitäten, wie Wanderungen und Gesangsabende entstand, hat für sie auch heute noch, im stolzen Alter von 89 Jahren, besondere Bedeutung. Während der dunklen Zeit des Nationalsozialismus, in der das gesamte sozialdemokratische Leben verboten war, zogen sich Gerda und ihre Familie aus Protest aus dem öffentlichen Leben zurück. Doch Gerda kann sich noch lebhaft daran erinnern, dass die sozialdemokratische Kultur in Schöneberg in diesen Jahren erhalten blieb. Daher war es für sie auch selbstverständlich im Jahr 1946, kurz nach der Neugründung der SPD in Berlin, in die Partei einzutreten. Sie engagierte sich aufgrund ihrer Kindheitserlebnisse viele Jahre lang in der Jugendarbeit der neu gegründeten Falken. Seit 1952 lebt sie im Lindenhof. Hier brachte sie sich in zahlreiche Wahlkämpfe ein und durchlebte viele aufregende politische Jahre unter den Regierenden Bürgermeistern Ernst Reuter und Willy Brandt. „Unserer SPD muss es auch heute wieder gelingen für die jungen Menschen attraktiv zu bleiben“, so Gerda, „denn sie sind die Zukunft unserer Partei“. Gerda Klückmann wird in diesem Jahr für ihre 80-jährige Parteimitgliedschaft geehrt. Wir gratulieren herzlich!








