Wiese um Wiese
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Protestplakate an der Spielwiese |
Die Wiese auf dem Grundstück Ebersstraße 85-86 ist ein Stück Land mit bewegter Geschichte.
Vor dem Kriege war es mit zwei Gründerzeithäusern bebaut, die in erster Linie an Offiziere des Heeres und an Angestellte der Schlossbrauerei vermietet waren. Im Krieg wurden die beiden Häuser zerstört. Ein Wiederaufbau lohnte sich zum einen nicht, zum anderen gerieten die Grundstücke rasch in den Blick der Verkehrsplaner. Sie sollten - wie die gesamte nördliche Ebersstraße - dem Bau der geplanten Westtangente zum Opfer fallen.
Nachdem nicht zuletzt durch den Einsatz der Schöneberger SPD Bausenator Harry Ristock die Westtangenten-Pläne Anfang der achtziger Jahre zu den Akten legte, wurden die Grundstücke als Platzreserve zum Bau einer Kindertagesstätte vorgehalten. Da jedoch eine solche Investition nie richtig vorangetrieben wurde, wurden die Flächen für Kita- und Kinderladenkinder als Spielwiese überlassen.
Die Kinder der angrenzenden Eltern-Initiativ-Kindertagesstätten Omnimanni, Zappzarapp, Stadtmäuse, Elefanten, Kinderhaus Friedenau und Rübezahl nutzen das knapp 1.300 qm große Gelände seit einer ganzen Reihe von Jahren. Es ist die einzige Freifläche in der dicht bebauten Gegend.
Ein wenig weiter Richtung Kolonnenstraße, am oberen Ende der Ebersstraße befindet sich die Rückseite der Brandenburg- und Teltow-Grundschule. Und eben dort liegen zwei Grundstücke annähernd gleicher Größe und Geschichte wie die oben genannten. Die Schule hat eine Erweiterung des Schulhofes bitter nötig. So kam das Bezirksamt auf die Idee, beide Wiesen zu tauschen. Eine Wiese wird Schulhof, die andere Wiese erhält die Vivico, die Immobilien-Tochter der Deutschen Bahn AG.
Der Tausch wäre eine rundum gelungene Sache gewesen, ständen nicht nun die Kita- und Schülerladenkinder ohne Freifläche da. Noch schöner wäre es gewesen, hätte das Bezirksamt die Kitas frühzeitig über seine Pläne informiert. Die Auffassung, die Wiese sei von vornherein nur vorübergehend überlassen worden und die beteiligten Kitas hätten damit einen Vorteil gehabt, den andere nicht haben, mag zwar richtig sein. Es gehört dennoch nicht nur zum guten Ton, sondern auch zur sozialdemokratischen Auffassung von Kommunalpolitik, Betroffene in Entscheidungen mit einzubinden. Dass am Ende entschieden werden muss, ist genauso klar. Eine Politik vollendeter Tatsachen schafft allerdings kein Vertrauen.
Eine Hoffnung bleibt: Sobald wird die Vivico das Wiesengrundstück weder bebauen noch veräußern können. Wir sehen das Bezirksamt in der Pflicht, den Eltern der betroffenen Kinder bei Verhandlungen über eine Zwischennutzung zur Seite zu stehen.








