SPD für Erhalt der Teltow- und der Sternberg-Schule

18.03.2010: BVV-Mehrheit gegen Schließungspläne der Grünen und der FDP

  
 

Protest von Teltow-Grundschülern gegen die Schließung ihrer Schule, BVV-Sitzung am 17. März

Nach langem Hin und Her liegt nun eine abschließende Fassung des Schulentwicklungsplans für Tempelhof-Schöneberg vor.

Der vorletzte Entwurf sah noch vor, die Teltow-Grundschule in der Feurigstraße aufzuheben und bis auf einen Zug die Sternberg-Grundschule in dieses Gebäude zu verlagern.

Die SPD Abteilung Schöneberg hat in der Diskussion deutlich gemacht, dass hier nach ihrem Eindruck die Qualifizierung der Rückert-Oberschule, die sich mit der Sternberg-Schule ein Gelände teilt, auf Kosten zweier Grundschulen vorangetrieben wird.

Die Rückert-Oberschule soll Ganztags-Gymnasium werden. Wir begrüßen dieses zusätzliche Angebot im Oberschulbereich, obwohl nach unserer Auffassung die Robert-Blum-Schule in der Kolonnenstraße der geeignetere Standort gewesen wäre. Die Qualifizierung als Ganztagsschule und die jüngst genehmigte Einrichtung eines weiteren grundständigen (Französisch-) Zuges ziehen allerdings einen erhöhten Raumbedarf nach sich. Dafür sollte eine Verlagerung des überwiegenden Teils der beliebten Sternberg-Schule Platz schaffen.

Die Schulplaner meinten diesen Platz im Gebäude der Teltow-Schule gefunden zu haben. Die Teltowschule sollte bei dieser Gelegenheit aufgelöst werden, die Schule als Sternbergschule weitergeführt werden, "weil die Marke Teltow verbrannt ist". Darüber hinaus sollte ein Teil des Teltow-Schulgebäudes für die schulische Nutzung komplett aufgegeben werden.

Unbestreitbar hat die Teltow-Schule Akzeptanzprobleme. Nur etwa ein Drittel der im Einzugsbereich wohnenden Schülerinnen und Schüler wird tatsächlich an der Schule angemeldet.

Die SPD ist jedoch der Ansicht, dass

  • durch eine Zweiteilung der Sternbergschule erhebliche Organisationsprobleme und ein für Grundschulkinder unzumutbarer Pendelverkehr entstehen,
  • die absehbare Abwicklung der Rest-Sternbergschule am Standort Mettestraße in den nächsten Jahren zu unzumutbaren Schulwegen für Grundschulkinder führt,
  • der Ansatz sein müsse, möglichst viele Kinder der Einzugsbereiche der Teltow- und der Sternbergschule zu erreichen, insbesondere das Angebot der Teltow-Schule zu verbessern und durch gezielte Ansprache der Elternschaft (etwa über die Kitas) gute Leistungen wieder in gute Nachfrage zu verwandeln,
  • es fahrlässig ist, in einem Bereich mit steigender Anzahl von schulpflichtigen Kindern das Grundschulangebot zu reduzieren. (Der Grundschulmangel in Prenzlauer Berg sollte eine Warnung sein.)

Die SPD hat daraufhin mit der CDU langwierige Verhandlungen geführt, um die Sternberg- und die Teltow-Grundschule an ihren Standorten zu erhalten. Das Ergebnis ist in eine Änderung des Schulentwicklungsplans eingeflossen.

Dort heißt es jetzt:

"Im Interesse einer wohnortnahen Beschulung ist der Erhalt der Sternberg- wie auch der Teltow-Grundschule an ihren bisherigen Standorten vorgesehen.

Die Teltow-Schule wird für das Schuljahr 2010/11 aufgrund des besonderen sozialen Umfelds ausnahmsweise einzügig eingerichtet.

Für das Schuljahr 2011/12 wird als Grundlage für die eigenständige Weiterführung der Teltowschule angestrebt, dass sie mindestens eine Schüleranmeldezahl im Umfang von zwei gebundenen und einem offenen Zug, ggf. von drei gebundenen Zügen, nach der Anmeldephase 2010 nachweist.

Der Schule wird zur Steigerung der Attraktivität des Schulstandorts empfohlen, mit Hilfe der Schulaufsicht ihr Profil, u. a. im Fremdsprachenbereich bspw. durch Englisch, zu stärken.

Es wird eine sukzessive Übertragung der Hortbetreuung auf einen freien Träger erfolgen.

Sollten die beabsichtigten Maßnahmen nicht zu einer nachhaltigen Veränderung der Anmeldesituation führen, muss die Aufhebung der Schule und die Weiterführung als Filiale der Sternberg-Grundschule unter Wahrung der bisherigen Standorte geprüft werden."

Die Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion Elke Ahlhoff erklärte dazu in einer Presseerklärung:

Die Teltow-Grundschule bleibt !

Auf massiven Druck der SPD-Fraktion in der BVV Tempelhof-Schöneberg wird die Teltow-Grundschule in der Schöneberger Feurigstraße nicht geschlossen. Dies hat die BVV Tempelhof-Schöneberg in ihrer Sitzung vom 17. März gegen die Stimmen von Grünen, FDP und den Grauen beschlossen.

„Die Fusion von Sternberg- und Teltowgrundschule, wie von den Grünen, FPD und den Grauen gefordert, hätte weder pädagogisch noch wirtschaftlich irgend einen Vorteil gebracht“, erklärt Elke Ahlhoff, Fraktionsvorsitzende und schulpolitische Sprecherin. „Die Teltowschule wird im Kiez Feurigstraße als eigenständige Grundschule dringend benötigt. Die bloße Einrichtung einer Dependance der Sternberg-Grundschule kann die bestehenden Probleme ganz sicher nicht lösen, zumal die Teltow-Grundschule, als einer der wenigen Schulstandorte im Bezirk, in den nächsten Jahren mit wachsenden Schülerzahlen rechnen kann.“

Die Teltow-Grundschule habe seit Jahren rückläufige Schulanfängerzahlen. Von den im Einzugsbereich der Schule lebenden Kindern käme nur ein Teil auch an der Schule an. Ob dies allerdings mit einer Fusion zu lösen sei, bezweifelt Ahlhoff. Die Akzeptanzprobleme könnten sich auf die Sternberg-Grundschule ausweiten. Außerdem entstünden zusätzliche unnötige Wege für kleine Kinder. Diese seien aber gerade auf kurze Wege angewiesen.

„Die Lösung, die Teltowschule im nächsten Schuljahr einzügig zu betreiben und für das übernächste Schuljahr eine Dreizügigkeit anzustreben, dient der Stabilität des sozialen Umfeldes und der Schulen“, so Ahlhoff weiter. „Selbstverständlich ist jetzt auch die Schule gefordert, alles zu unternehmen, um ihre Akzeptanz zu verbessern.“

Für das Verhalten der Fraktionen der Grünen, der FDP und der Grauen hat Ahlhoff kein Verständnis. Es sei nicht erkennbar, warum ausgerechnet die Teltow-Grundschule so vehement abgelehnt und die Fusion als einzig denkbare Konsequenz ins Spiel gebracht werde. Alle anderen Optionen seien kategorisch ausgeschlossen worden. Dies sei vor allem daher merkwürdig, weil auch die kleineren Parteien den Standort als wichtig erachtet hätten, dabei einen Neustart aber nur durch Fusion forderten.

„Die Teltowschule hat eine Chance verdient, sich qualitativ weiter zu entwickeln und dadurch im Kiez eine bessere Verankerung zu finden“, so Ahlhoff abschlie-ßend. „Das kann nur gelingen, wenn Kollegium und Elternschaft eng miteinander, aber auch mit Unterstützung von Politik und Verwaltung kooperieren, um mit frischen Ideen, neuen Konzeptionen und guter Arbeit für Schule und Standort zu werben.“

Der Schöneberger Wahlkreisabgeordnete Lars Oberg freut sich:

"Es ist ein großer Erfolg der SPD und des Engagements vieler Schönebergerinnen und Schöneberger, dass alle Grundschulen in Schöneberg erhalten bleiben. Wir Sozialdemokraten haben Wort gehalten und dafür gesorgt, dass es weiterhin in ganz Schöneberg ein wohnortnahes Angebot für die Grunschüler gibt. Bemerkenswert ist, dass die Grünen und die FDP eine Fusion der Sternberg-Grundschule mit der Teltow-Grundschule erreichen wollten. Für Schöneberg ist es eine gute Nachricht, dass diese Pläne zur Schulfusion abgeschmettert wurden."
  • Seite bei Twitter teilen
  • Seite bei Facebook teilen
  • Seite bei StudiVZ teilen
  • Seite bei MySpace teilen
  • Seite bei Mister Wong bookmarken
  • Seite bei del.icio.us bookmarken
  • Seite bei Google bookmarken
  • Seite bei Live bookmarken
  • Seite bei YahooMyWeb bookmarken