16 Schul-Sporthallen im Bezirk geschlossen oder von Schließung bedroht
13.03.2008: Allein in Schöneberg Sanierungsbedarf von 14,5 Mio. EURO
Auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Monika Thamm zum Zustand der bezirklichen Schul-Sporthallen antwortete der Senat mit Zahlen, die ihm vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg zugearbeitet worden waren.
Wir zitieren aus dieser Antwort:
„Gegenwärtig sind (oder werden) nach Auskunft des Bezirkes folgende Sporthallen wegen laufender (oder beginnender) Sanierungsarbeiten geschlossen, weil die Schließung wegen baulicher Mängel unmittelbar bevorgestanden hätte bzw. Sporthallen bereits teilweise gesperrt waren:
• Sporthalle der Paul-Simmel-Grundschule • Sporthalle der Finow-Grundschule • Sporthalle der Ikarus-Grundschule • Sporthalle der Elisabeth-Rotten-Schule • Sporthalle der Scharmützelsee-Grundschule
Gegenwärtig sind folgende Sporthallen aufgrund ihres baulichen Zustandes geschlossen:
• Sporthalle der Tempelherren-Grundschule • Sporthalle der Grundschule am Barbarossaplatz
Kurz-, mittel- und langfristig besteht für die folgenden Schulen die Gefahr einer Schließung, sofern keine Finanzmittel zur Verfügung stehen, wobei das Bezirksamt bestrebt ist im Rahmen der jährlichen Globalzuweisungen sowie unter Akquirierung von Sondermitteln den ordnungsgemäßen kurz-, mittel- und langfristigen Betrieb zu sichern:
• Sporthalle der Sophie-Scholl-Oberschule • Sporthalle der Paul-Klee-Grundschule • Sporthalle der Luise-Henriette-Oberschule • Sporthalle der Carl-Sonnenschein-Grundschule • Sporthalle der Werner-Stephan-Oberschule • Sporthalle der Lindenhof-Grundschule • Sporthalle der Neumark-Grundschule • Sporthalle der Fläming-Grundschule • Sporthalle der Friedrich-Bergius-Oberschule“
Die Hälfte dieser Schul-Sporthallen liegt in Schöneberg. Bis auf die Sporthalle am Barbarossa-Platz werden alle Hallen auch für den Vereinssport genutzt.
Bemerkenswert im Rahmen der Kleinen Anfrage war die Antwort auf die Frage, was dies für den Schulsport bedeute: „Nach Auskunft des Bezirkes sind für den Schulsport Einschränkungen zu erwarten; es werden Einzelfallentscheidungen gesucht.“
Es steht zu befürchten, dass nach den erheblichen Einschränkungen für den Schwimmsport in Berlin nun der Schul- und Vereinssport im Allgemeinen unzumutbaren Zuständen gegenübersteht. Es dürfte wenig realistisch sein, dass „Einzelfallentscheidungen“ irgendetwas zur grundsätzlichen Verbesserung der Lage beitragen könnten. Gerade die Schulkinder brauchen den Sport genauso wie sie ihre Pausen brauchen. Es scheint kaum vorstellbar, dass Klassenverbände zu Fuß oder mit der BVG dauernd zwischen Sporthallen und Schulgebäuden hin und her pendeln. Zumal es sich bei den betroffenen Hallen zumeist um die von Grundschulen handelt.
Mittlerweile rächt sich die Kürzung der bezirklichen Mittel im Allgemeinen und bei der baulichen Unterhaltung im Besonderen. Der Bezirk schätzt den Erneuerungsbedarf allein der Schöneberger Hallen auf ein Volumen von 14,5 Mio. EURO. Der gesamte Etat des Bezirkes für die Hochbau-Unterhaltung beläuft sich auf etwa 9,2 Mio. EURO – für alle öffentlichen Gebäude des Bezirks vom Rathaus Schöneberg über alle Schulen bis zur Marktmeisterbude auf dem Crellemarkt.
Der Senat verweist wie bei jedem Haushalt darauf, dass er den Bezirken mehr Mittel für die Hochbauunterhaltung überweist, als diese in den Haushalt einstellen. Und in der Tat, Tempelhof-Schöneberg hat rund 700.000 EURO anderweitig verwandt, um Kürzungen in anderen Bereichen – etwa der Jugendförderung oder der Bibliotheken – aufzufangen.
Der Landesrechnungshof hat zu Recht darauf hingewiesen, dass das Sparen an der baulichen Unterhaltung langfristig Geldverschwendung ist. Kleine Schäden führen durch Ignorieren und Improvisieren zu größeren Schäden. Der Sanierungsaufwand steigt, der Nutzwert verfällt.
Da ist es zumindest ein guter Anfang, dass der Senat für 2008 4,2 Mio. EURO aus dem Schul- und Schulsportanlagensanierungsprogramm 2008 für den Bezirk zur Verfügung gestellt hat. Allerdings für den Gesamtbezirk. Und der frühere Bezirk Tempelhof hat einen Sanierungsstau in Höhe von 15,3 Mio. EURO.








