Ist das die Wende in der Debatte um die Lindenhof-Schule?
16.10.2008: BVV-Ausschuss bewilligt Mittel für Toilettensanierung.
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Andreas Baldow berichtet aus dem FM-Ausschuss |
Wie der Bezirksverordnete Andreas Baldow dem Abteilungsvorstand berichtet, hat der BVV-Ausschuss für Facility Management, Hochbau und Liegenschaften in seiner heutigen Sitzung einstimmig beschlossen, im kommenden Jahr 300.000 EURO für die Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit der Lindenhof-Schule bereitzustellen. Bereits im Schulausschuss vergangene Woche deutete sich an, dass die Position der bezirklichen Schulverwaltung, die Lindenhof-Schule mittelfristig zu schließen, aufgrund guter Argumente und des Elternprotests aufgeweicht wurde (www.spd-in-schoeneberg.de /show/2002029.html ).
Mit dem Geld sollen in erster Linie die sanitären Anlagen der Schule instand gesetzt werden. Dem Beschluss ohne Gegenstimmen war eine intensive Diskussion mit den Stadträten für Bauwesen, Bernd Krömer, und Schule, Bildung und Kultur, Dieter Hapel (beide CDU) vorausgegangen. Den Stadträten wurde vorgehalten, mit widersprüchlichen und veralteten Zahlen im seit über einem halben Jahr andauernden Dissens über die Möglichkeiten des weiteren Betriebs der Schule zu operieren. Während die Schülerzahlen sich tatsächlich positiv entwickelten, gab der Bezirk eine negative Prognose für die Schule ab. Stadtrat Hapel kommentierte den Vorhalt mit „Veränderungen der Attraktivität und der Außendarstellung der Schule”, es gebe eben auch mal positive Entwicklungen. Auch bei der Ermittlung der Baukosten für eine Totalsanierung gab es bei der Berechnungsgrundlage Rauminhalt der Schule eine nicht erklärbare Steigerung von 6.380 auf 8.570 Kubikmeter, für die das Bezirksamt keine Erklärung hatte.
Während Bildungsstadtrat Hapel nach wie vor keine Möglichkeiten sah, überhaupt Mittel für die Instandsetzung von Sanitäranlagen bereitzustellen und damit die Betriebsfähigkeit der Schule zu sichern, sah Baustadtrat Krömer erstmals Möglichkeiten, über nicht ausgeschöpfte Bauerhaltungsmittel anderer Bezirke zu verfügen, „allerdings bedarf es einer grundsätzlichen Entscheidung über den weiteren Betrieb der Schule.”
Die Bezirksverordneten kritisierten Fraktionen übergreifend die Haltung der Stadträte, die Kinder eher auf eine andere sanierungsbedürftige Schule des Bezirks zu schicken als Mittel aus dem bezirklichen Haushalt zugunsten dieser Schule an einem attraktiven Stadtort mit einem positiven Image umzuverteilen. Es mangele lediglich am politischen Willen. Auch eine Dachinstandsetzung, Anlage von neuen Rettungswegen sowie eine Mauerwerkssanierung im Kellerbereich solle in Paketen geplant und in die Haushalte der nächsten Jahre eingestellt werden.
Die Rektorin der Lindenhof-Grundschule, Helga Keppeler-Schrimpf, sprach nach der Ausschuss-Sitzung von einem „ersten Mosaikstein. Jetzt hört hoffentlich das Zittern um den Erhalt der Schule auf.” Nicht zuletzt hätte auch die sachliche und engagierte Berichterstattung über die Schule in den Medien dazu beigetragen, denen sie im Namen der Kinder, Eltern und Lehrkräfte herzlich dankte.
Die kleine Lindenhof-Grundschule in Schöneberg, ist das positive Ausnahmebeispiel einer staatlichen Schule. In Kooperationen, unter anderen mit der Technischen Universität Berlin und der Hochschule für Musik Hanns Eisler, gehören hier hochkarätige und kindgerechte Angebote zum Unterrichtsalltag. Diese Kooperationen mit „Profis”, Hochschulen und Universitäten vermitteln den Kindern glaubwürdige, klare Orientierung und Maßstäbe. „Solche Programme sind nur an kleinen Schulen mit einem überschaubaren Kollegium machbar”, sagt Schulleiterin Dr. Helga Keppeler-Schrimpf. Große Schulen hätten oft große Probleme, und kleine Schulen könnten flexibler auf Entwicklungen und Chancen reagieren. An der zweizügigen Schule in der idyllisch-ruhigen Lindenhof-Siedlung werden 297 Schüler von 19 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Auch die von den Bildungspolitikern im Senat angestrebte Kooperation von Kindertagesstätten und Grundschulen wird im Lindenhof bereits praktiziert: Mit 14 Erzieherinnen und Erziehern gewährleistet die vom Nachbarschaftsheim Schöneberg betriebene Kita den Ganztagsbetrieb der Schule.
Die Wohnungsgenossenschaft GeWoSüd, welcher der die Schule umgebende Gartenstadt Lindenhof gehört, saniert und baut zur Zeit mit einem Aufwand von 19 Millionen Euro Wohnungen und Reihenhäuser und schafft attraktiven Wohnraum vorzugsweise für junge Familien (www.lindenhof-berlin.de )








